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Kompost

 

Man darf nicht glauben man könnte Kompost machen. Guter Kompost entsteht auch nicht von selbst, sondern er ist das Werk unzähliger Organismen vom kleinsten Bakterium bis zum Regenwurm.

Unsere Aufgabe ist es, die bestmöglichen Bedingungen für die Entwicklung und Arbeit dieser Helfer zu schaffen.

Hierbei bedienen wir uns der langjährigen Kompostbau-Erfahrung der Abtei Fulda.

Um die "Schwarze Erde" (Terra Preta) herzustellen, braucht man zusätzlich Bodenverbesserer wie Holzkohle, Steinmehl uvam..

Bereits seit längerem beschäftige ich mich mit dieser Thematik.

Man kann mit gutem Grünkompost ideale Bodenbedingungen für das Pflanzenwachstum schaffen und erreicht damit effiziente Krankheits- und Schädlingsresistenz.

 

Es stellten sich folgende Fragen:

 

Wie kann man den Rotteprozeß optimieren?

 

Wie wirken "Impfstoffe" und sogenante Kompostbeschleuniger oder Schnellkomposter?

 

Und: Wie stellt man hervorragenden Grünkompost mit den beschriebenen Terra Preta Eigenschaften her?

 

 

Um das herauszufinden habe ich im Mai 09 auf einer völlig verwilderten Wiese angefangen Kompostboxen aus Holz zu bauen und aufzustellen. Mittlerweile sind es 35 Boxen mit einem Volumen von je ca. 1 cbm.

Bis August haben wir 15 "Versuchsboxen" mit verschiedenen zu kompostierenden Materialien gefüllt, mit diversen Impfstoffen gestartet und täglich die Kerntemperatur gemessen und den Rotteverlauf dokumentiert.

 

 

Die nächste Frage war:

 

Nach wieviel Tagen soll der Kompost umgesetzt werden?

 

 

Die Expertenmeinungen gehen hier weit auseinander.

Und für den Terra Preta Kompost galt es ein geeignetes Mischungsverhältnis zwischen zu kompostierenden Material und Zusatzstoffen, wie Holzkohle herauszufinden.

Mit dem ersten fertigen TP-Kompost haben wir ein kleines Versuchsfeld angelegt und bepflanzt. Angesichts des schon weit fortgeschrittenen Sommers war die Auswahl an Experimentierpflanzen stark eingeschänkt.


  

Erstes Terra Preta Versuchfeld

 

 

Am 18.08.09 habe ich die erste Versuchsbox mit Terra Preta, nach 7 Wochen Rotte und  Nachrotte, "geerntet".

Den Kompost habe ich gesiebt (Körnung 0 -10 mm) und in ein neu angelegtes Versuchsfeld eingearbeitet. Daneben ist ein gleich großes Feld, ohne jeden Zusatz, als Vergleich. Ausgesät habe ich Radieschen und Herbstrüben. Natürlich haben wir auch an den Kressetest gedacht.

20.08.09: Selbst in dieser Hitze, bei 32 Grad, und nach 7 Stunden in praller Sonne, ist die TP-Erde noch feucht und ca. 4 Grad kühler als das knochentrockene Nachbarfeld. Beim Giesen wird das Wasser von der TP-Erde regelrecht aufgesogen, auf den Referenzfeld bilden sich sofort Pfützen.

22.08.09: Die ersten Radieschenpflänzchen wachsen auf beiden Feldern. 

31.08.09 Die Herbstrüben, jeweils rechts und links oben in den Ecken, sind im TP-Feld deutlich größer, die Radieschen erscheinen vitaler. Im TP-Feld sind viele "Beikräuter" erkennbar. Ursache kann hier die zu niedrige Temperatur (47 Grad C.) während der Heißrotte sein. Die nächsten Versuche werden das zeigen.  Der Kressetest war sehr erfolgreich.

 

 

Weitere Bilder auf der nächsten Seite

 

Test Box 2: Kressetest wie zu sehen ok. Daneben deutlich zu sehen keine "Beikräuter"

Heißrotte über 60°C. Test entspricht den Erwartungen.

 

Nach der Winterpause gehts weiter!

 


 

"Schnellkompost"

 Ergebnisse der Test mit "Impfstoffen"


Folgende "Impfstoffe" zur Schnellkompostgewinnung habe ich diesen Sommer (2009) getestet:

 

"Humofix".

 "Humofix" ist ein Pulver aus 5 Heilkräutern, Eichenrinde, Milchpulver und Honig hergestellt von der Abtei Fulda.

 

Kräuterjauche.

Dazu habe ich im Frühjahr die ersten Brennnesselpflanzen (20-25cm hoch) und Löwenzahnblätter in einem Eimer mir Regenwasser bedeckt, 4 Wochen stehen lassen, dann in eine 100l Regentonne geschüttet und mit Regenwasser gefüllt. Über den Sommer habe ich noch weitere Pflanzen, wie Kamille, Schafgarbe, Beinwell und Brennnessel zugegeben.

 

Hefe-Zucker-Wasser Mischung.

Die Backhefe (42g) wird in einen Eimer zerbröselt und mit 3 Esslöffel Zucker verrührt bis sie flüssig ist, dann 500 bis 1000g Zucker zugeben und mit 10 bis 15l Regenwasser aufgiesen. Rühren bis sich alles aufgelöst hat und über den fertig aufgesetzten Komposthaufen giesen.

 

Handelsüblicher Schnellkomposter


 

Wichtig für des Gelingen ist alter Kompost vom Vorjahr, der in kleinen Mengen beim Aufbau der Komposthaufens eingebracht wird. Ich habe bei einer Füllhöhe von 50 cm ein bis zwei Gabeln alten Kompost eingestreut und auf den fertigen Haufen (ca. 1m hoch) noch eine dünne Deckschicht    (3 cm) aufgebracht.

Für Neueinsteiger empfehle ich als "alten Kompost" unseren TP-Kompoststarter oder unser TP-Dauersubstrat (s. Terra Preta).

Darauf kommt dann die Kräuterjauche bzw. die Hefelösung. Humofix und Schnellkomposter habe ich nach den Herstellerangaben waagerecht in Schichten zugegeben.

 

Nach heutigem Stand der Auswertung ist folgendes festzustellen:

 

Alle 4 Impfmethoden bewirken einen schnellen Start des Rotteprozesses mit Temperaturen während der Heißrotte von  über 50°C,  zum Teil bis 67°C.

Die Impfung mit verdünnter Kräuterjauche ist absolut zuverlässig und von allem Methoden die preiswerteste.

Temperaturen über 60°C erreicht man zuverlässig und schnell mit der Hefe-Zucker-Lösung, Spitzenwert 67°C.

Aber auch "Humofix" brachte Temperaturen über 60°C.

Am preisintensivsten war die Impfung mit Schnellkomposter, wobei maximal 54°C erreicht wurden.


 

 

 


 

 

 Analyse "TP-Kompost"

 

 

Untersuchungsbericht der M.U.T Meißner Umwelttechnik GmbH

Methodenbuch der Bundesgütegemeinschaft Kompost e.V.

 

 

 

Pflanzennährstoffe (pflanzenverfügbar):

 

Phosphat CAL-löslich                                          133 mg/100g TS

Kalium CAL-löslich                                               248 mg/100g TS

Magnesium CaCl2-löslich                                      24 mg/100g TS

 

 

Gesamtnährstoffe:

 

Stickstoff ges.                                                       0,42 % 

Phosphor                                                              0,43 %

Kalium                                                                   0,93 %

Magnesium                                                            0,61 %

pH-Wert                                                                 7,19


Es handelt sich hierbei um eine Kompostmischung der 1. Generation:

Hierbei wurden ca. 900 Liter zu kompostierendem Material 3 Liter gemahlene Holzkohle und 2 Liter Urgesteinsmehl zugegeben. Rottedauer 92 Tage.

Der niedriger N-Wert resultiert höchstwahrscheinlich aus dem zu hohen Anteil an Heckenschnitt (ca. 60%).


Nächste Analyse im Frühjahr 2010.

 

 


 

Anwendungsempfehlungen für Kompost

 

 

Zierpflanzen 

Den Kompost im Verhältnis 1:2 bis 1:5 mit Erde oder Sand mischen.

Gemüse  

Man unterscheidet Schwach-, Mittel- und Starkzehrer. Der Kompost wird flächig aufgebracht und kann leicht eingearbeitet werden.

Schwachzehrer: 4 l/qm z.B. Radieschen, Bohnen, Erbsen, Feld- und Kopfsalat     

Mittelzehrer: 6 l/qm z.B. Gurken, Kartoffeln, Möhren, Rettich, Porree, Grünkohl, Spinat   

Starkzehrer: 8 l/qm z.B. Tomaten, Blumenkohl, Rosenkohl, Rot- und Weißkohl, Brokkoli

Blumenbeete

4 l/qm auf das Beet aufbringen und oberlfächlich einarbeiten

Sträucher

6 l/qm unter die Beeren- und Ziersträucher aufbringen

Bäume

Im Herbst die Baumscheibe 2 cm dick abdecken

Rasen

2 l/qm fein gesiebt im Frühjahr aufbringen

Pflanzlöcher

Bei Bäumen, Sträuchern und Stauden die Pflanzlöcher mit einer Mischung aus Kompost und Gartenerde im Verhältnis 1:3 füllen

 


Test

Kompostieren von Laub

19.11.2009


Ich habe das Laub von der Streuobstwiese in eine Kompostbox gefüllt und dann mit einer Mischung aus 3 Liter Regenwasser und 250 ml Milch (3,5%) übergossen.

Den Haufen habe ich mit einer sehr feinen Schicht Kompost abgedeckt. Zur Kontrolle habe ich noch eine Box mit Laub gefüllt und nur mit Wasser gegossen.

Die Temperatur in der ersten Box mit Milch stieg am 2. Tag auf 36°C, am 3. und 4. Tag auf 40°C und klang dann langsam ab.

In der Kontrollbox stieg die Temperatur am 2. Tag auf 16 °C, am 3. Tag auf 20°C, am 4. Tag auf 23 °C und ging dann langsam zurück.

Weiter gehts im Frühjahr.

wagner.mei01@yahoo.de